Rezension: Im Herzen Afrikas / Mainz

Das Herz Afrikas liegt mitten in Mainz… Oder so ähnlich. Als ich zuletzt in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt zu Gast war, gab es ausnahmsweise mal keinen Saumagen auf den Tisch. Vielmehr sollte es etwas Leckeres mit dem speziellen Etwas sein. Und darum ging’s ins Restaurant mit Spezialitäten aus Eritrea. Kommt doch mal mit – nach Afrika!

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Vorm Restaurant

Mitten in Mainz liegt das Restaurant Im Herzen Afrikas. Es ist in einem schönen, aber nicht sehr auffälligen, alten Haus untergebracht. Und wer hinein möchte, muss klingeln. Klingt komisch, ist aber so. Das Personal muss neben den Gästen also auch immer die Tür im Blick haben. Oder besser, das Personal muss immer ein Ohr auf die Klingel oder ein Auge auf die damit verbundene Lampe haben. Vielleicht will man damit die Gäste-Massen in Schach halten?!? Denn die gibt es hier tatsächlich…

Der Look – das Konzept

Auf den Fotos sieht es Im Herzen Afrikas noch nicht so aus, als würde hier der Bär steppen. Aber das täuscht gewaltig! Wir waren mega pünktlich, denn bei der Reservierung war schon klar, dass wir nur begrenzt Zeit fürs Essen hätten, da die Tisch ein zwei Schichten vergeben werden… Und ich sage mal so: Hätten wir noch Lust auf einen Nachtisch gehabt, wäre es ganz schön eng geworden.

Da der Laden am Samstagabend komplett ausgebucht war, konnte ich den oberen Teil des Restaurants gar nicht in Augenschein nehmen. Denn wir wurden gleich hier unten auf den putzigen Stühlen gegenüber des Eingangs platziert. Irgendwie charmant. Und irgendwie nur so mäßig bequem, weil super niedrig. Vielleicht hätte ich auch einfach kein Kleid tragen sollen… Ach ja: Das ständige Blinken der Türlampe flackerte uns dann auch immer schön im Augenwinkel.

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Die Karte im Im Herzen Afrikas, Mainz

Im unteren Restaurant-Teil gibt es Tische und Bänke für größere Gruppen und jede Menge Mini-Sessel in bunten Farben. Der Rest ist aus rustikalem Holz. Das wirkt alles sehr gemütlich. Im oberen Teil soll es auch einen Bereich geben, in dem man auf dem Boden sitzt. Spannend (aber wohl auch nix fürs Kleid…)

Wie schon geschrieben, war das Lokal für zwei Durchgänge ausgebucht, darum wurde es schnell voll – und laut. Ordentlich viel Trubel dort. Darum hat es auch eine Weile gedauert, bis wir Beachtung beim ansonsten sehr freundlichen Personal fanden. Mit der Karte auf Holzbrett versorgt, ging’s dann an die Wahl der Speisen.

Einmal alles – das Essen

Und jetzt zum Entscheidenden, dem Essen. Das coole im Im Herzen Afrikas: Man muss sich nicht für eine Speise entscheiden. Wer mag, kann nicht nur einen Mix bestellen, sondern auch zusammen mit seiner Begleitung von einem großen Teller essen.

_20171126_170415.JPGJedes Gericht wird mit Injera, einem hausgemachten Brot, und Salat serviert. Auf dem oberen Foto seht ihr vielleicht, dass das Brot unterschiedlich gefärbt ist. Das liegt daran, dass auch eine glutenfreie Version aus Maismehl angeboten wird. Und das Brot (wenn man es so nennen mag) ist ganz entscheidend fürs Essen. Denn man isst im afrikanischen Lokal nicht mit Besteck. Man isst mit den Händen und dem sehr weichen und fas weißen Fladen. Der ist geschmacklich eher neutral und sehr wabbelig. Man nimmt ein wenig davon in die Hand und damit wiederum nimmt man die warmen Speisen auf.

Bei allem mit größeren Stücken – wie dem leckeren Rind in scharfer Soße – funktioniert das ganz prima. Bei den „verkochten“ Speisen – wie dem Spinat-Gericht – ist das nur so semi praktikabel. Vielleicht liegt es aber auch  nur daran, dass ich es nicht gewöhnt bin, auf diese Art mein Essen zu verspeisen. Übung macht ja bekanntlich den Meister.

Auf dem gemischten Teller landeten übrigens neben dem scharfen Rind auch noch Rind mit Okra-Schoten, Hühnchen in scharfer Tomatensoße, ein Mix aus Bohnen, Paprika, Feta & Zwiebeln sowie der Spinat mit Zwiebeln & Tomaten. Jede einzelne Speise war wirklich sehr gut gewürzt. Das Rind sehr zart. Das Huhn vielleicht ein bisschen trocken. Der Spinat hat mir besonders gut gefallen und auch der Bohnen-Mix war lecker. Für die Speisen komme ich auf jeden Fall wieder – und dann frage ich nach einem Löffel 😉

Mein Fazit

Mein Fazit ist gemischt. Das Positive vorneweg: Das Personal und die Optik des Ladens gefallen mir ausgesprochen gut. Und die warmen Speisen waren hervorragend gewürzt. Leider habe ich keinen authentischen Vergleich, da ich noch nie in Eritrea war. Aber wenn es dort so gut schmeckt, sollte ich das mal überlegen! Dass man mit den Fingern isst, ist persönlich nicht so mein Ding. Mit den angeschmierten Fingern dann ans Glas. Oder an die Tasche, weil man was rausholen will… Um das ein bisschen bequemer zu machen, werden übrigens jede Menge Papiertücher gereicht!

Weniger gut finde ich, dass man eine feste Zeit zum Essen vorgeschrieben bekommt. Klar, will man hier so vielen Leuten wie möglich die Gelegenheit zum Essen geben. Aber da der Laden recht gemütlich ist, könnte man beim Cocktail auch einfach noch ein bisschen verweilen… Wenn euch das nicht stört und ihr mal was ausprobieren wollt, dann nichts wie los ins Im Herzen Afrikas.

Im Herzen Afrikas
Gaustr. 38
55116 Mainz
Tel.: 06131/3808111

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