Ein Traum-Tag in Greenwich

Was für ein blauer Himmel! Zumindest hier in Greenwich. Während sich über Big Ben und Co eine dicke dunkle Wolke breit macht, mache ich mich auf den Weg in den Südosten Londons – und zwar per Boot. Wer kommt mit?

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Themse mit London Eye

Was für ein Wetter. Schnell weg! Ganz hinten auf dem Foto könnt ihr schon etwas Blau hervorspritzen sehen! Und genau da will ich hin – in die Sonne nach Greenwich. Diesmal nehme ich nicht die U-Bahn, sondern ein Boot. Mit London Cruise (oder auch den Themse-„Bussen“) kann man nämlich prima über Londons Lebensader schippern. Ich habe das Ticket online schon zu Hause gebucht. Spart euch das! Man muss es nämlich vor Ort in ein „richtiges“ Ticket umtauschen und steht (der Automat, der das auch kann, war kaputt) mit allen am Ticket-Häuschen an, die noch keines haben. Es dauert also seine Zeit, bis ihr aufs Boot kommt. Aber das macht nichts, es ist ja Urlaub!

Los geht die Reise im Zentrum der Metropole. Ihr könnt am London Eye oder auf der anderen Themse-Seite bei Big Ben einsteigen. Ich habe mich für ein Hop-on-Hop-off-Ticket entschieden, also spielt es keine Rolle 😉 Das nächste Ziel ist der Tower, auch hier kann man ein- und aussteigen. Unter den Brücken der Stadt hindurchzuschweben, ist ein ganz tolles Erlebnis. Vor allem weil ich – trotz Wolken – oben auf dem Deck des Bootes bin. Die Luft ist fantastisch und die Stimme des Erzählers aus dem Lautsprecher lullt mich ein. Entspannen und genießen ist angesagt!

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Canary Wharf, London

Als nächstes komme ich an einer Vielzahl alter Werften vorbei, die meisten sind heute in Wohnhäuser oder Künstlerateliers umgebaut. Dann taucht neben mir die Isle of Dogs auf. Hier reiht sich ein Büro-Turm an den nächsten – das ist Londons Manhattan-on-Thames. Vor allem Banken haben sich heute auf dem alten Docks-Gelände Canary Wharf niedergelassen. Auch wenn das Bauprojekt, das von der Stadt ins Leben gerufen wurde, einst auf Widerstand stieß – wer wollte den hier draußen arbeiten oder gar leben? Zog man es durch. Vor allem die Verlängerung der U-Bahnlinie hier raus half dabei, dass heute rund 78.000 Menschen in Canary Wharf arbeiten. Vom Fluss aus sieht der Stadtteil auf jedenfalls mega-cool und modern aus.

Londons „Grünes Dorf“

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Greenwich, London

Londons „Grünes Dorf“, so kann man die Ursprünge des Namens Greenwich übersetzen, liegt im Südosten der Hauptstadt. Hier ist es ruhig und ja, fast ein bisschen dörflich. Alte Gebäude prägen das Bild, und von der Themse aus bekommt man erst einmal diesen atemberaubenden Blick auf das Royal Naval College, die Marineakademie. Der Gebäudekomplex wurde von Christopher Wren erbaut und wird heute zu großen Teilen von der Uni Greenwich genutzt. Hier gibt es auch eine Touristen-Info.

An Land laufe ich direkt an Cutty Sark vorbei (Foto oben). Das Schiff ist an Land so aufgestellt, dass man es nicht nur im Inneren besichtigen kann, sondern auch unter ihm hindurchlaufen. Die Cutty Sark ist ein Wollklipper von 1869. Zu ihrer Zeit war sie das schnellste Segelschiff der Welt. Sie umrundete dieselbe in Windeseile, um u.a. Wolle und Tee nach England zu transportieren. Gebaut wurde das Schmuckstück, das man rundum besichtigen kann (13,50 Pfund), übrigens in Schottland.

Als nächstes schaue ich mir mein neues Zuhause an. Die roten Sessel sind schon da – und sehr bequem. Jetzt noch ein Feuer im Kamin… 😉 Tatsächlich ist Queen’s House ein ehemaliges königliches Schloss und späteres Soldaten-Sanatorium, das erst vor kurzem so schön renoviert wurde. Im Inneren kann man vor allem eine Vielzahl toller Gemälde royaler Persönlichkeiten sowie von Seefahrern betrachten. Der Eintritt ist frei, wobei wie immer gerne eine Spende genommen wird.

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Greenwich Park mit Blick auf das Royal Observatory

Das Haus steht in Greenwich Park, einer weitläufigen Parkanlage, in der auch das National Maritime Museum zu finden ist. Und natürlich das Royal Observatory – durch das der Nullmeridian verläuft. Dieser Meridian steht senkrecht zum Äquator. Von ihm aus wird die geografische Länge nach Osten und Westen gezählt. Die Festlegung auf diesen Ort – also die Londoner Sternwarte – war übrigens ganz willkürlich. Es hätte auch ein ganz anderer Ort werden können… Jetzt aber genug Kultur! Es ist Zeit für Kaffee und Kuchen.

 

Auf dem Weg zum Queen’s House habe ich es schon gesehen, das Peyton and Byrne. Im Schaufenster des Cafés locken fantastische Kuchenkreationen. Da kann ich eigentlich nicht vorbei gehen. Aber da ich mir in Greenwich einiges ansehen möchte, entschließe ich mich, die Kaffeepause auf später zu verschieben.

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Lemon Meringue Pie & Kaffee, Peyton and Byrne, Greenwich

Und die mache ich jetzt. Denn ich muss unbedingt einen kleinen Lemon Meringue Pie verspeisen. Diese Mischung aus saurer Zitronen-Creme und süßem Baiser, da kann ich einfach nicht widerstehen. Wer also den mal für mich backen mag…

 

Der Laden (20-22 Greenwich Church Street,
London SE10 9BJ) an sich ist modern eingerichtet und sehr gut besucht. Ich setze mich zu zwei wild diskutierenden Griechen an den Tisch – und freue mich des Lebens. Klar sitzt mir einer mit einem Laptop gegenüber, hier lässt es sich bestimmt prima ein paar Hausarbeiten für die Uni erledigen… Der Kaffee ist ebenfalls sehr gut. Und ich wünschte mir, dass ich so ein cooles & modernes Café mit tollen kleinen Kuchen und leckerem Brot in meiner Nähe hätte!

wp-1476451541663.jpgWem der Sinn lieber nach einer herzhaften Speise steht, der findet in Greenwich natürlich auch etwas. Neben klassischen Pubs und Restaurants aller Art findet ihr hier auch einen Ableger von Jamies Italien. Die selbst gemachte Pasta ist wirklich toll, genau wie der Service.

Dieser Ausflug nach Greenwich ist wirklich rundum gelungen. Das Wetter spielt mit. Die Fahrt mit dem Boot ist informativ und entspannend zugleich, und vor Ort gibt es jede Menge zu entdecken. Wer also bei seinem London-Trip ein bisschen Zeit erübrigen kann, sollt den Weg auf sich nehmen und dem charmanten grünen Dorf einen Besuch abstatten.

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Greenwich Hafen, mit Blick auf London City

 

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