Rezension: Hans im Glück / Karlsruhe

Es gibt mal wieder Food-News aus Karlsruhe. Seit ein paar Tagen haben wir eine „Hans im Glück“-Filiale in unserer schönen Stadt. Und weil die Schönheit aktuell ein bisschen subtil ist, muss man auch nach dem Hans ein wenig suchen, denn die Filiale ist wirklich inmitten der fetten U-Bahn-Baustelle am Marktplatz! Aber hier geht’s ja ums Essen. Darum lest selbst, warum ich nicht so glücklich mit dem Hans bin – und am Ende aber doch versöhnt.

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Hans im Glück im Hotel Kaiserhof, Marktplatz/Karlsruhe

Mit draußen sitzen war es heute nix. Nur Regen! Aber zum Glück gibt’s im Hans im Glück viele Plätze – ziemlich viele Plätze. Im Laden ist es proppenvoll, ganz Karlsruhe scheint das neue Lokal ausprobieren zu wollen. Und weil viele Leute reinpassen, ist es auch wahnsinnig LAUT. Entspannt essen, das ist definitiv etwas anderes!

Innen sieht das Hans im Glück so aus, wie man sich die Filiale der Burger-Kette vorstellt. Baumstämme, stimmige Deko, junger Service. Eine gute Idee finde ich die kleinen Tische, die von der Bar abgehen. Wenn man alleine unterwegs ist, blockiert man keinen großen Tisch und man hat beim Warten was zu schauen.

Jetzt zum Essen. Auf das obligatorische „War alles gut?“ habe ich heute mal nicht mit einem schlichten „Ja“ geantwortet. Ich habe angesprochen, dass ich die Burgersoße – die wird nach einem „Geheimrezept“ hergestellt – hervorragend fand. Aber, das Patty zu durchgebraten und zu trocken… Als Reaktion habe ich tatsächlich eine sehr ausführliche und charmante Erklärung bekommen. Wie man es den Burger-Pattys auch ansieht – sie werden nicht vor Ort frisch gemacht. „Einen Tod müsse man sterben“, heißt es. Bei inzwischen knapp 40 Hans im Glück-Restaurants gehe das einfach nicht mehr. Man wolle ja immer und in allen Lokalen den identischen Geschmack erreichen. Man arbeite mit wirklich tollen Metzgern zusammen – aber trocken-trocken sollten die Burger natürlich nicht gebraten sein. So schlimm war es dann zum Glück auch nicht. Aber den Tod ausgerechnet beim Patty sterben? Bei dem Aushängeschild einer Burger-Braterei? Das finde ich irgendwie doof!

Ein bisschen Philosophie

Mir ist klar, dass es Kompromisse im Leben braucht. Beim Alltag mit dem Partner, beim Disput mit dem Chef… Aber ich will hier nicht philosophieren! Wenn man ein Konzept für ein Restaurant hat, das funzt, dann will man irgendwann mehr. Man eröffnet ein weiteres und noch eines und noch eines. Und irgendwann ist man eine Kette mit standardisierten Gerichten. Und das ist dann doch irgendwie schade. Könnte man nicht die Gewürze aufs Gramm festlegen. Die Qualität des Fleisches kontrollieren – und doch die Burger so richtig selbst machen? Denn nur dann, also wenn man sie nicht fertig einkauft, darf man sie auch z.B. medium braten oder eben so, wie der Gast es mag.

Denn der Rest passt ganz prima. Die „Geheim“-Soße ist wirklich lecker, würzig ohne irgendwas zu überdecken. Die Pommes sehen handgeschnitzt aus und schmecken. Und ich hatte tatsächlich zuvor noch niemals einen Brombeer-Eistee! Ich hatte übrigens ein Mittagsmenü. Das bedeutet, dass Pommes oder Salat, ein kaltes Getränkt und ein Kaffee etc. hinterher zum Burger dazukommen. Aufs Brötchen hatte ich heute keine Lust, also habe ich den Avocado-Burger einfach ohne bestellt. Kein Ding. Bekommt man im Hans im Glück schon in der Karte so vorgeschlagen. Das ganze war auch sehr hübsch angerichtet. Das Auge ist ja mit 😉

Mein Fazit

Vielleicht habe ich inzwischen einfach zu viele Burger gegessen?! Aber es gibt bessere, auch hier in Karlsruhe. Viel bessere. Dass es am Ketten-Konzept liegt, dass man das recht schmale Patty nur durchgebraten bekommt, ist schade. Die Gefahr, dass es beim Braten trocken wird, ist einfach ziemlich groß. Ich muss erst einmal nicht wieder ins Hans im Glück. Aber schreibt mir doch, wie ihr den Laden findet und wie es euch dort geschmeckt hat!

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