Inselwoche: Kreta / Spinalonga

Von der einen Insel auf die andere Insel! Diesmal geht es mit dem Boot nach Spinalonga. Das nur 85 h große Eiland ist heute unbewohnt, hat aber eine lange und bewegte Geschichte – und darüber wurde sogar ein Roman geschrieben! Mehr von meinem Ausflug lest ihr hier.

Heute berichte ich euch von Spinalonga. Meine Eltern waren schon einmal hier und haben mir davon erzählt. Außerdem hat mir die charmante Auto-Vermieterin diesen Ausflug empfohlen. Sie war es auch, die mir geraten hat, vom kleinen Ort Plaka aus nach Spinalonga überzusetzen, da es schneller geht und günstiger ist, als z.B. vom Hafen in Agios Nikloaos. Hier landen auch viele Kreuzfahrtschiffe an. Ein natürlicher Garant für hohe Preise 😉

wp-1467449045707.jpgDie kleine Insel heißt heute eigentlich wieder Kalydon, so wie ihr Name in der Antike lautete. Gebräuchlicher ist aber weiterhin Spinalonga, der Name den die Venezianer für sie aussuchten – und der etwa „langer Dorn“ bedeutet. Aufgrund seiner Lage so kurz nah bei der Küste war Spinalonga schon in der Antike zum Schutz befestigt. Im 16. Jahrhundert errichteten die Venezianer auf den alten Ruinen eine Festung. Später wurde die Insel auch noch von den Türken erobert, die hier bis zur Unabhängigkeit Kretas lebten. Die letzten ansässigen Muslime mussten die Insel verlassen, als sie 1903 zur Lepra-Kolonie wurde.

Schlimme Krankheit und Ferien

Lepra war um 1900 eine tödliche Krankheit. Wer erkrankt war, hatte keine Chance auf Heilung – und wenn er nach Spinalonga kam, nur ca. 750 Meter von Plaka entfernt, war dies sein Ort zum Sterben. Eine Rückkehr zur Familie war ausgeschlossen. Man kann sich vorstellen, dass viele Menschen auf Kreta ihre Lieben versteckt hielten, von denen sie annahmen oder wussten, dass sie an Lepra erkrankt waren. Nicht selten kam es zudem vor, dass gesunde Leute nach Spinalonga gebracht wurden, weil bei ihnen Lepra fälschlicher Weise diagnostiziert wurde. Auf der Insel lebten Junge und Alte. Bauern und Intellektuelle. Kinder wurden geboren. Es gab (natürlich) ein Krankenhaus, eine Kirche, Wohnhäuser… Es wurde Gemüse angebaut und Handel mit den Menschen auf dem Festland getrieben. Zu Spitzenzeiten lebten rund 1000 Menschen auf der kleinen Insel. Erst als 1953 wurden die ersten wirksamen Lepra-Medikamente entwickelt. Menschen wurden geheilt und konnten wieder nach Hause fahren! Angeblich soll erst vor wenigen Jahren im unglaublichen Alter von 104 Jahren der letzte geheilte Spinalonga-Bewohner gestorben sein.

Heute ist Spinalonga unbewohnt. Kleine und größere Boote bringen aber täglich Touristen auf die Insel. In allen Sprachen wird die Geschichte des Eilands und der Lepra erzählt. Von Plaka aus fahren von verschiedenen Stellen und ca. alle 30 Min. Bötchen nach Spinalonga. Die Überfahrt kostet 8 Euro und dauert kaum 10 Minuten.

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Auf Spinalonga

Auf Spinalonga zahlt man noch einmal 8 Euro für den Eintritt. Natürlich kann man Ausflüge hierhin überall auf Kreta im Paket buchen, dann ist auch eine Reiseleitung dabei, die alles Wissenswertes berichtet. Ich habe mich entschlossen, die kleine Insel alleine zu erkunden, hier und da habe ich meine Ohren gaaanz weit aufgemacht – und ein paar Erklärungen von vorbeiziehenden Reisegruppen aufgeschnappt… Einzelne Gebäude auf Spinalonga sind in Ruinen erhalten, man sieht z.B. den Desinfektionsraum, durch den Besucher der Insel vor ihrer Rückfahrt mussten. Außerdem kann man den Ort sehen, an dem die Kranken Spinalonga „für immer“ betraten, heute erreicht man die Insel an einer anderen Stelle.

Griechische Köstlichkeiten

Zurück in Plaka habe ich erst einmal Hunger! Entlang der Küstenstraße hat der kleine Ort einige Tavernen zu bieten. Ich entschiede mich für die Taverne Spinalonga. Von hier hat man einen tollen Blick auf die Leprainsel und die Damen des Hauses sind sehr freundlich. Das Wasser unter mir ist so klar und blau, wie ich es selten gesehen habe! Bleibt etwas vom Brot am Tisch übrig, fliegt es über den Balkon. Und dann geht es los! Ganze Fischschwärme balgen sich um das Essen. Ein ziemlich spannender Anblick – auch weil sich eine kluge Möwe langsam anschleicht…

Ich habe mir übrigens Tzatziki und Sprotten zum Mittagessen ausgesucht. Ich liebe diese kleinen Fische, die man bis auf das Schwänzchen komplett aufisst. An den Schwanz gepackt und ab in den Mund damit! Auf Kosten des Hauses gibt es noch leckere Wassermelone zum Nachtisch – und den Frapé spendieren sie mir auch 🙂

Schlenker nach Agios Nikolaos

Da ich schon einmal in der Gegend bin, fahre ich entlang der Küste noch nach Agios Nikolaos (Fotos oben). Durch die kleine Stadt lässt es sich ganz ordentlich bummeln, es gibt z.B. leckeres Eis in der Fußgängerzone! Mitten in der Stadt liegt ein Süßwassersee, um den sich einige Restaurants und Bars gruppieren. Außerdem landen im Hafen (immer) große Kreuzfahrtschiffe an. Da gibt es viel zu sehen!

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