Blumig: Gartenschau Bad Herrenalb

Blumenfreunde, ältere Herrschaften, Familien und ich mittendrin. In den letzten Wochen hat mich das Werbeplakat für die Gartenschau in Bad Herrenalb 2017 so oft in der Straßenbahn angelacht, dass ich einfach nicht anders konnte: Also schnell eine Heuschnupfentablette eingeworfen und ab ins Grüne! Wer kommt mit?

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Eintrittskarte zur Gartenschau Bad Herrenalb

Unsere Hauptstadt Berlin hat in diesem Jahr die IGA, die Internationale Gartenschau, sogar mit Seilbahn quer über das Gelände in Marzahn-Hellersdorf.

Baden hat die Gartenschau in Bad Herrenalb, klein, fein und überschaubar – auch vom Boden aus 😉

Noch bis zum 10. September „erleben Sie den blühenden Schwarzwald“, so der griffige Slogan der Veranstalter. Und das ist noch längst nicht alles, es gibt auch Infos zum Leben & Sterben der Bienen, zum Anlegen & Pflegen eines Hochbeetes, viele Musik-Veranstaltungen sowie Speis & Trank. Ich finde, das klingt alles sehr gut und ist doch einen Besuch wert!

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Päuschen, im Grünen

Hier bei mir in Karlsruhe fließt (fast) hinterm Haus die Alb entlang. Ihre Quelle hat das 51 Kilometer lange Flüsschen in Bad Herrenalb. Dem Ort, an dem bis zum Herbst 2017 eine Gartenschau stattfindet. Ganz klares Wasser, meistens gar nicht tief und dabei ganz schön rasant – an der Alb kann man prima entspannen. So wie ich hier auf dem Foto! Denn auch bei der Gartenschau geht das, es gibt immer wieder stille Plätzchen mit Bänken, auf denen man sich vom Laufen erholen und die Natur genießen kann.

Das Gelände der Gartenschau ist sehr gut zu erreichen. Entweder kommt ihr mit dem Auto (Parkplätze sind ausgeschildert) oder mit der S-Bahn. Was auf jeden Fall der einfachste Weg ist. Vom Karlsruher Hauptbahnhof aus braucht ihr z.B. 40 Minuten bis Bad Herrenalb. Ihr steigt in die S1, setzt euch gemütlich hin und lasst euch bis vor die Tore der Gartenschau transportieren. Vom Bahnhof Bad Herrenalb aus sind es jetzt nur wenige Meter bis zum Gelände, das sich über zwei Teile erstreckt. An beiden findet ihr je ein Kassenhäuschen und verschiedene Ein- und Ausgänge. Sie Tageskarte für Erwachsene kostet 13 Euro, außerdem bekommt ihr einen Stempel auf die Hand. So könnt ihr ganz frei zwischen den beiden Gelände-Teilen wechseln oder raus in den Ort gehen, um euch dort umzuschauen.

Blütenzauber

Sie sind die Königinnen der Gartenschau, die Blumen. Je nach Saison blühen mal die einen und mal die anderen. Die Pfingstrose (oben rechts) ist hier im Albtal trotz des schönen Wetters noch nicht ganz so weit. Die Höhenzüge des Nordschwarzwalds, die den Ort einschließen, lassen es hier doch deutlich „dunkler“ und kühler sein. Jedes Beet ist übrigens mit verschiedenen Blumen und Kräutern bepflanzt. Da wächst schon mal eine Petersilie zwischen den Rosen.

Frischekick

An einer anderen Ecke stehen zahlreiche Hochbeete – der Trend bei Hobbygärtnern. Mal abgesehen davon, dass die Hochbeete Schnecken abhalten, sind sie auch gesund für den Rücken. Man muss sich gar nicht mehr bücken und kann trotzdem leckere Sachen ernten! Die stehen natürlich auch prima auf einem gepflasterten Hof oder einem Balkon. In Bad Herrenalb wächst in den Hochbeeten knackiger Salat und Gurken, aber auch Mangold oder Kräuter. Alles gut beschriftet und zum ganz nah Drangehen.

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Helft den Bienen!

Neben den Pflanzen werden in Bad Herrenalb auch die gewürdigt, ohne die es gar keine Pflanzen und vor allem keinen Honig, Obst und Gemüse geben würde: die Bienen.

Und den  fleißigen Summern geht es gar nicht gut. Es gibt immer weniger Grünflächen. Und die die da sind, sollen häufig dem menschlichen Auge gefallen. Doch sind sie auch gut für die Bienen? Manchmal sind sie es nicht, z.B. wenn zauberhafte gefüllte Blumen gepflanzt sind. Je gefüllter, desto ungeeigneter für die Bienen. Denn sie finden in diesen Blüten keine Nahrung mehr.

Wildblumen, hübsche Krokusse – es gibt ein paar tolle Blumen, die ihr in euren Garten oder den Balkonkasten pflanzen könnt. Und dann kommen auch die Bienen wieder! Der NABU gibt übrigens hinreichend Tipps, wie ihr einen bienenfreundlichen Garten anlegen könnt.

Neben dem Offensichtlichen gibt es in Bad Herrenalb einiges zu entdecken! An den verschiedensten Stellen sind kleine Skulpturen versteckt. Ein paar teilen sich die Bank mit euch, wenn ihr ein Päuschen einlegt. Und die Blumen sind im Regenschirm oder im Koffer oder in einer Kaffeetasse gepflanzt. Außerdem blitzt immer wieder das hübsche Bad Herrenalb zwischen dem Grün der Bäume hervor. Zudem gibt es einen kleinen Markt, auf dem ihr Gartenwerkzeuge, Deko und allerlei mehr kaufen könnt. Kinder finden mehr als eine Spiel- und Entdeckungs-Möglichkeit und für das leibliche Wohl ist auch gesorgt. Man kann hier wirklich eine schöne Zeit verbringen. Und wer im Laufe der Jahreszeiten öfter kommt, kann natürlich immer andere Blüten entdecken.

Und das gibt’s in Bad Herrenalb noch

Im Jahr 1148 haben die Zisterzienser, die reine Selbstversorger waren, in Bad Herrenalb ein Kloster gegründet. Sie betrieben eine Mühle, eine Bäckerei, fingen in der Alb Fische und pflanzten Obst und Gemüse an. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster schwer beschädigt und kurz darauf aufgegeben. Heute sieht man unter anderem noch die Klosterkirche mit ihrem Paradies, einer Vorhalle, die nur noch eine Ruine ist.

Sportlich geht es in Bad Herrenalb auch zu. An den Felsen „Zwölf Apostel“ und „Falkenfelsen“ kann man klettern, außerdem gibt es viele Wandermöglichkeiten, z.B. auf dem Klosterpfad von Bad Herrenalb nach Frauenalb, wo eine imposante Benediktiner-Anlage wartet, in der einmal adelige Stiftsdamen lebten.

Und zum guten Schluss: Essen kann man in Bad Herrenalb auch. Ich habe für euch das Restaurant „Zur alten Post“ ausprobiert. Es hat durchweg positive Kritiken (bei FB und im Gästebuch) – und ich kann mich nur anschließen. Der Service war trotz Gartenschau-Belagerung sehr freundlich und das Schnitzel super saftig. Dazu hatte ich Spargel und Kartoffeln, eine tolle Stärkung nach all den Blumen, Bienen, Skulpturen…

Mein Fazit
Bad Herrenalb, an der Grenze zwischen Baden und Schwaben, ist immer eine Reise wert. Kommt zur Gartenschau oder zum Klettern. Zum Erholen oder Schlemmen. Wer in der Nähe wohnt ist schnell zum Wochenend-Ausflug hier, wer weiter weg ist, kann unbesorgt ein paar Tage mehr einplanen (Karlsruhe und Pforzheim sind auch ganz nah).

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