Bockwurst und Dominosteine

Hallo ihr Lieben. Hier an dieser Stelle findet ihr jede Woche mein Genuss-Quartett. Doch in dieser Woche sieht das ein bisschen anders aus. Gestern habe ich die traurige Nachricht erhalten, dass mein Opa gestorben ist. Und da er in seinen fast 96 Jahren ein echter Genießer war, der dennoch die ganz einfachen Dinge zu schätzen wusste, erzähle ich euch an dieser Stelle ein bisschen von ihm.

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Mein Opa und ich, Weihnachten 2015

Mein Opa stammt aus einer Berliner Bäcker-Familie, hatte selbst aber nie Spaß an der Arbeit – oder wohl eher am frühen Aufstehen… Also hat er sich für einen anderen Beruf entschieden.

 

Allerdings hatte er immer ein Faible für süße Sachen! Und so erinnere ich mich zum Beispiel daran, dass es für ihn in der Weihnachtszeit kaum etwas besseres als Dominosteine gab. Davon konnte er ganze Berge verdrücken – bis ihm schlecht wurde. Mir geht es da manchmal ganz genau so. Die Tafel Schokolade aufessen? Sofort! Bis sie mir aus den Ohren herauskommt. Dann denke ich immer: Merk dir das doofe Gefühl und mach es beim nächsten Mal anders. Klappt nur leider nicht. Lieber Opa, diese Weihnachten werde ich Dominosteine essen – so viele wie noch nie in meinem Leben. Versprochen 😉

Ansonsten liebte es mein Opa, zum Essen auszugehen. Warum sollte Oma für einen Geburtstag oder auch jede andere Gelegenheit lange in der Küche stehen, wenn das doch andere für uns erledigen können! Und bedient wird man im Restaurant auch noch… Als echter Berliner hatte er schon (fast) immer ganz gut die Gelegenheit, fremde Küchen zu probieren. Und so haben wir zusammen verschiedene Sachen versucht – aber er ging wohl am liebsten zum Griechen. Die gastfreundliche, offene Mentalität der Leute hat ihn dabei noch mehr in seinen Bann gezogen, als ihr Essen.

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Aber da war noch eine Sache!

Mein Opa liebte Bockwurst. Ich erinnere mich an 1000 Gelegenheiten – im Treptower Park (als ich Kind war, gab es hier noch einen richtigen Vergnügungspark), im Berliner Tierpark oder im Urlaub an der Ostsee (meine Großeltern waren so oft in Binz auf Rügen, dass sie es wohl nicht mehr zählen konnten und ich war häufig mit) –, bei denen er vor allem Spaß an seiner Bockwurst mit Senf und Brot hatte! Und so habe ich gestern Würstchen gegessen – für meinen Opa.

Ich war mitten im Nordschwarzwald und es war keine Bockwurst aufzutreiben, aber die Saitenwürstchen (Wienerle) im Hotel waren die perfekte Alternative. Auf dich Opa!

Ein Gedanke zu “Bockwurst und Dominosteine

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