Rezension: Chikoja / Paris

Auch Paris hat ein Chinatown, eigentlich ist es das japanische Viertel rund um die Rue Sainte-Anne. Und ich war beim Koreaner. Und schon haben wir eine Menge von den leckeren Asia-Küchen zusammen, die sich hier in einem Restaurant neben dem anderen tummeln. Für mich die Gelegenheit, etwas zu probieren, was ich zuvor noch nicht gegessen habe. Wer kommt mit und isst ein Bibimbap?

Rund um die Rue Sainte-Anne (unweit der Opéra Garnier) erstreckt sich das japanische Viertel von Paris. Hier gibt es kleine Geschäfte, einige Asia-Supermärkte und Restaurants, sehr viele Restaurants. Wenn man die alle ausprobieren wollte, müsste man ganz schön viel Zeit investieren! Aber da ich die asiatische Küche sehr liebe, mache ich natürlich auch in der französischen Hauptstadt – der Heimat der gehobenen Kochkunst – einen Abstecher nach Fernost.

Die Wahl des „richtigen“ Lokals im japanischen Viertel fällt schwer. Vor allem, wenn man noch nie dort war. Mir wird die Wahl ein wenig erleichtert, weil wir zu dritt unterwegs sind – und gute gefüllte Klößchen ganz oben auf der Prioritäten-Liste meiner kleinen Nichte stehen. Und die ist eine echte Feinschmeckerin, also kein Widerspruch notwendig 😉

Schlicht & schön

_20170618_122619Unsere Wahl fällt schließlich auf das Chikoja. Hier stehen die Klößchen – oder Gyoza auf der Karte (in der koreanischen Küche heißen die ein bisschen anders, aber dazu später mehr). Und: Der von außen recht unscheinbar wirkenden Laden ist gut gefüllt, vor allem mit asiatischer Kundschaft. Das ist doch ein hervorragendes Zeichen!

Innen ist alles mit hellem Holz verkleidet und kunstvollen Schriftzeichen verziert. Das Restaurant wirkt einladend und ist dabei gar nicht mit Deko überladen. Das gefällt mir sehr gut. Der Laden hat zwei Stockwerke. Oben bietet er nur wenigen Gästen Platz. Unten passen schon mehr rein, auch größere Gruppen. Wenn man sich für einen Tisch entschieden hat, bekommt man so ein Holzplättchen, mit dem man später zur Kasse zum Bezahlen geht.

Klößchen und mehr

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Yamandu, Chikoja, Paris

Und los geht es mit den Klößchen. Die gefüllten Happen sehen ein wenig aus wie Wantan, die man aus der chinesischen Küche kennt. In Japan nennt man sie Gyoza, ich hatte sie zuletzt auf dem Streetfood Fest in Karlsruhe. In Korea isst man gedämpfte Yamandu, die sind z.B. mit Gemüse gefüllt. Oder Gunmandu, dann sind sie zusätzlich angebraten und haben eine leckere salzige Kruste. Wer mag dippt sie in dicke süße oder flüssige salzige Sojasauce. Einfach fantastisch!

Die bebilderte Karte im Chikoja ist auf koreanisch, französisch und englisch. Keine Angst also, man kommt schon durch. Auch wenn es ein bisschen kompliziert erscheint, wenn man mit der koreanischen Küche nicht so vertraut ist. Ich lese nur ein Wort – und bin hin und weg. Bibimbap. Das koreanische Reisgericht habe ich schon in Kochbüchern gesehen, aber noch nie in einem Restaurant. Und so muss ich gar nicht lange überlegen. Ich entscheide mich für ein Bibimbap-Menü. Da kommen noch Gunmandu, mit Hühnchen gefüllte Klößchen, und eine Kimchi-Suppe dazu. Bei den zwei „festen“ Komponenten kann man im Chikoja zwischen vegetarisch und Fleischfüllung wählen. Zudem stehen drei Suppen zur Wahl. Das ganze kostet 16 Euro, was ich angemessen finde.

Wer Lust auf etwas anderes auf dem Teller hat, entscheidet sich z.B. für eine der Bento-Boxen, auch die gibt’s wie hier in vegetarisch sowie mit Fleisch oder Fisch. Besonders gut: die grünen Bohnen mit Knoblauch.

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Bibimbap, Chikoja, Paris

Das ist ein Bibimbap, serviert in der Version im heißen Steintopf. Unten ist der Topf mit Reis gefüllt. Durch die Hitze des Topfes wird der am Rand schön knusprig. Oben drauf kommt allerhand Gemüse: Karotten, Spinat, Pilze, Sojasprossen… und in diesem Fall Rindfleisch. Da es sich tatsächlich um ein klassisches Resteessen handelt, kann man eigentlich alles hineingeben. Die Krönung ist ein noch flüssiges Eigelb oder auch ein gebratenes Ei. Serviert wird das Bibimbap mit einer scharfen Chilipaste – genau mein Ding. Der Name des Gerichtes leitet sich im Koreanischen übrigens von „Reis umrühren“ oder „Reis mischen“ ab. Also: Rein mit dem Löffel in den Topf einmal kräftig umrühren – und genießen!

Mein Fazit

Die Auswahl an Restaurants im japanischen Viertel in Paris ist so groß, dass man bestimmt auch Pech haben kann! Unsere kulinarischen Spürnasen leiten uns zum Glück sehr gut. Das Chikoja bietet nicht nur ein angenehmes Ambiente, sondern auch eine tolle Küche. Alle Speisen sind frisch zubereitet, riechen sehr gut und schmecken auch so. Die Mandu, gedämpft und angebraten, machen süchtig. Da will man gleich noch mehr davon! Die Bento-Box hat viele tolle Komponenten. Und das Bibimbap überzeugt mich restlos, das muss ich zu Hause unbedingt mal nachkochen… Ich wünschte, ich hätte so ein Restaurant in meiner Nähe!

Adresse:
Chikoja,
14 Rue Sainte-Anne 
75001 Paris

2 Gedanken zu “Rezension: Chikoja / Paris

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