Tellerreise: Mexiko & Japan

So ein langes Wochenende ist perfekt. Aber für eine große Reise reicht es nicht 😉 Darum bin ich in Gedanken ein bisschen durch die Welt gereist. Die meiste Zeit war ich in Westaustralien am Strand – da war ich nämlich vor genau drei Jahren um diese Zeit. Wie schnell die Zeit vergeht! Und: Ich habe mir zwei Gerichte ausgedacht/gesucht, die mich auf meinem Teller ein bisschen um die Welt führen. Etwas mexikanisches und etwas japanisches. Viel Spaß beim Lesen – und beim Nachkochen. Sagt mir, wie es euch gelungen ist!

Mein Ausgangspunkt für die beiden Gerichte ist eine Dose Chipotle in Adobo. Die habe ich vor einiger Zeit im Netz bestellt, weil ich durch ein Rezept auf Chipotle – eine besondere Chili – aufmerksam geworden bin. Eingelegt in Adobo sind sie ein bisschen wie Tomaten aus der Dose. Weich und in diesem Fall scharf, gleichzeitig ein wenig sauer und knallrot. In Mexiko und im Süden der USA isst man die Chipotle, die es auch als Pulver oder scharfe Soße gibt, u.a. zum Barbecue als Würzsoße oder so. Ich wollte unbedingt etwas echt mexikanisches kochen. Also habe ich mich auf die Suche nach einem Rezept gemacht und bin auf Salpicón gestoßen. Salpicón ist ein „Salat“ aus kleingeschnittenen Zutaten. Fleisch oder Fisch ist die Basis. Und hier kommt das Rezept, danach gleich die Asia-Suppe mit der vom Salat übrigen Fleischbrühe. Schreibt mir, wie ihr die Rezepte findet!

Salpicón – Rindfleischsalat

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Salpicón, bei mir

In mexikanische Gerichte kommt ja meistens Mais – oder zumindest nehmen wir das hier so an. Ich persönlich bin kein großer Fan von Mais. Und darum um so erfreuter über ein mexikanisches Gericht, das ganz ohne die gelben Körner auskommt!

Den Rindfleischsalat Salpicón kann man nach dem Kochen auf viele Weisen verspeisen, am besten ist er wohl in einer Tortilla, z.B. aus Weizen. Weil ich schon mal Chinakohl gekauft hatte, habe ich noch ein Blatt abgerupft und mit in die Tortilla eingerollt. Als Deko kommen Tomate, Avocadowürfel und Koriander darauf – und schon habt ihr ein schmackhaftes Gericht mit mexikanischem Feuer. Perfekt für eine Grillparty oder einen verregneten Tag, an dem man vom sonnigen Süden träumt!

Zutaten
750 g Rinderbrust (oder anderes Kochfleisch/für beide Rezepte ca. 1 kg)
2 Knoblauchzehen
100 g Chedder
1 kl. Bund Koriander
100 g Tomaten, ohne Kerne
100 g Sonnenblumenöl
100g Weißweinessig
3 Chipotle in Adobo
1 Avocado
Salz
Pimenton (scharfes Gewürz)

So geht’s
Die Rinderbrust in einen großen Topf legen, die kleingehackten Knoblauchzehen dazu. Dann alles mit Wasser auffüllen, bis das Fleisch ganz bedeckt ist, zum Kochen bringen. Wenn das Wasser kocht, die Temperatur etwas senken und bei leicht geöffnetem Deckel ca. 1,5 Stunden köcheln lassen. Bis das Fleisch weich ist – also auch länger, wenn nötig. Dabei nicht umrühren, das macht nur die Brühe trübe. Der Schaum der sich bildet, fällt wieder in sich zusammen!

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(Fast) alle Zutaten

Wenn das Fleisch weich ist, lasst es in der Brühe auskühlen. Die entstandene Fleischbrühe durch ein Tuch abgießen und für eine Suppe (z.B. die Asia-Suppe) aufheben.

Das Fleisch in Stücke reißen oder schneiden. Den Käse hobeln oder in feine Streifen schneiden, Tomaten fein schneiden, Koriander und Chipotle hacken. Die Avocado noch nicht aufschneiden!

In einer großen Schüssel alle Zutaten (außer der Avocado) mit Essig und Öl vermischen, mit Salz und Pimenton abschmecken. Anschließend alles für mind. 4 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Geht auch über Nacht! Vor dem Anrichten die Avocado in Würfel schneiden, 3/4 der Würfel unter den Salat mischen. Die Tortillas warm machen, ein Salatblatt darauflegen, mit Fleischsalat, Tomate, Avocado und Koriander arrangieren und servieren. Vor dem Essen einrollen. Dann: herzhaft zubeißen!

Asiatische Suppe mit Udon Nudeln

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Suppe mit Udon Nudeln, bei mir

Was nun mit der Fleischbrühe? Wie wäre es mit einer asiatischen Suppe? In die Suppe könnt ihr allerhand Zutaten packen, die euch gut schmecken. Ich habe mich für Chinakohl, Shitake und Rindfleisch entschieden. Doch weil es gerne noch ein bisschen mehr sein darf, habe ich mich an Udon Nudeln gewagt. Die weniger schwierig sind, als man annehmen möchte. Nudel ist dann doch irgendwie Nudel…

Das Rezept für die Nudeln habe ich aus dem „Street Food“-Kochbuch von Jennifer Joyce. Die Suppe habe ich nach eigenem Gusto zusammengestellt.

Zutaten für die Nudeln
1,5 EL Salz
225 ml Wasser
450 g Mehl (405 oder 00)
+ Mehl zum Arbeiten

So geht’s
Das Salz in warmem Wasser auflösen. Das Mehl und das Salz-Wasser in der Küchenmaschine zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Wer lieber mit der Hand arbeitet, schüttet das Mehl auf die Arbeitsfläche, drückt ein Loch hinein und gießt das Wasser hinein. Dann wird alles zu einem Teig verknetet, ca. 8 Minuten ordentlich kneten! Danach sollte der Teig für ca. 3-4 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen.

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Udon, noch roh, bei mir

Anschließend in 4 gleich große Teile teilen. Jeden Teil zu einem Rechteck ausrollen bis er ca. 5 mm dick ist. Dann in ebenfalls 5 mm dicke Nudeln schneiden. Die Nudel-Rohlinge auf ein Tablett/ in eine Form legen, mit ordentlich Mehl bestäuben.

Wasser salzen und zum Kochen bringen. Dann die Nudeln dazu, aber nicht alle auf einmal, dann kleben sie zusammen! Wenn das Wasser wieder kocht, mit 250 ml kaltem Wasser aufgießen. Erneut zum Kochen bringen, den Vorgang wiederholen. Sind die Nudeln jetzt bissfest, ist alles perfekt. Sind sie noch nicht gut, noch einmal mit kaltem Wasser aufgießen und zum Kochen bringen.

Zutaten für die Suppe
Fleischbrühe (ca. 2 L)
1 Möhre
3 Stangensellerie
1/2 Knoblauchzehe
2 große Zwiebeln
Ingwer (daumengroß)
250 g Rindfleisch
4 Shitake-Pilze
Chinakohl
2 Frühlingszwiebeln
4–5 TL Mirin
4–5 TL helle Sojasoße
Koriander
2 EL Sonnenblumenöl

So geht’s
Mir ist bewusst, dass man eine Rinderbrühe für eine Suppe eigentlich ein bisschen anders kocht. Aber nun hatte ich die Fleischbrühe (mit Knoblauch) vom Salpicón schon einmal parat – und auch noch gekochtes Fleisch. Also kommt hier die „Ich habe noch Fleischbrühe übrig“-Version einer Suppe:

Das Öl in einem Topf heiß machen, das Gemüse, die Zwiebeln, den Ingwer und den Knoblauch grob schnippeln und mit Schale und allem hineingeben. Alles richtig gut anbraten, bis es Farbe nimmt. Dann noch das bereits gekochte Stück Fleisch hinein, weiter anbraten, ca. 15 Minuten. Wenn die Gemüse schön braun sind und das Fleisch eine Kruste hat, alles mit der kalten Fleischbrühe aufgießen. Dann alles für ca. 1 Stunde kochen, die Temperatur senken, den Topfdeckel leicht öffnen.

In der Zwischenzeit die Pilze in Stücke und den Kohl sowie das Helle der Frühlingszwiebeln in Streifen schneiden. Das Zwiebelgrün in Ringe schneiden, den Koriander hacken. Hat die Suppe ca. 1 h gekocht das Fleisch rausnehmen, abkühlen lassen. Die Suppe durch ein Tuch abgießen, das Gemüse auffangen und wegwerfen. Die Brühe mit Mirin und Sojasoße abschmecken, das Fleisch in Scheiben schneiden und hineingeben. Die Pilze dazu. Ca. 5 Minuten kochen. Kurz vor dem Anrichten den Kohl und den Frühlingslauch dazu. Die gekochten Nudeln in eine Schale, die Suppe darauf, mit Lauchzwiebelringen und Koriander bestreuen. Fertig!

Wer mag, kann seine Rindfleischsuppe natürlich auf ganz klassische Weise kochen! Aber ich wollte nichts verschwenden – und geklappt hat es auch so.

Ein Gedanke zu “Tellerreise: Mexiko & Japan

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